11/2013 Paulo Coelho: Die Schriften von Accra

Über „Blogg dein Buch“ habe ich ein Leseexemplar von Paulo Coelhos „Die Schriften von Accra“(Diogenes Verlag) zur Rezension erhalten. Schon die kurze Einleitung bei „Blogg dein Buch“ sprach mich wirklich an:

Er ist vor langer Zeit auf der Suche nach Abenteuern und Reichtum in die Welt hinausgegangen und zufällig in Jerusalem gelandet. In einer magischen Nacht, als ein feindliches Heer die Stadt bedroht und alles verloren scheint, antwortet der geheimnisvolle Fremde auf die großen Fragen der Menschen, die über die Jahrtausende immer wieder gestellt werden.

Wir schreiben das Jahr 1099. Das Heer der Kreuzritter  steht bereits vor den Toren Jerusalems und wird voraussichtlich im Morgengrauen den Angriff starten, Jerusalems Einwohnern, darunter Muslime, Christen und Juden, steht demnach die letzte friedliche Nacht bevor. Doch während die meisten sich bereits auf den Angriff vorbereiten, hat sich eine kleine Gruppe Männer und Frauen jeden Alters um den Kopten versammelt, der einst aus Athen kam, und lauscht seinen Weisen Worten.

Mein Fazit:
„Die Schriften von Accra“ sind kein Roman im eigentlichen Sinne. Es gibt keine wirkliche Handlung, die sich bis zu einem Höhepunkt entwickelt, statt dessen findet der Leser hier eingerahmt in die letzten Stunden vor dem Angriff der Kreuzritter eine Vielzahl an Fragen, die die Menschen unabhängig ihrer Religionen alle gleich ihr Leben lang beschäftigen, sowie einen Kopten, der als weiser Mensch Antworten auf all diese Fragen liefert und das gänzlich ohne Bezug zu einer der großen Weltreligionen zu nehmen.  Was ist Liebe, was Schönheit, Loyalität, das Ziel des Lebens? Wie kann  man das eigene Leben mit dem Vergleichen, der so viel erfolgreicher ist, als man selbst? Hat man sein Leben vergeudet?

All diese Fragen werden mit einem solchen Sinn für Poesie und Philosophie beantwortet, dass man als Leser wunderbar in die Sprache eintauchen und sich von den schönen Worten Coelhos inspirieren lassen kann. Hätte ich angefangen, alle wunderbaren Zitate herauszuschreiben, ich hätte den Großteil des Buches nun in meinem Notizbuch stehen. So oft fand ich Stellen, die perfekt zu Freunden und Familie passten, ebenso wie zu ehemaligen Freunden.

Speziell der Part über Liebe und Schönheit war absolut wunderbar. Auch, wenn ich zunächst etwas verwundert war, dass Schönheit eben nicht von innen kommt sondern speziell die äußere Schönheit anerkannt werden muss. Doch Schönheit wird hier ganz anders definiert, als es in unseren Köpfen verankert ist – definitiv ein Punkt, den man sich durch den Kopf gehen lassen sollte.

Auch der Abschluss, wo jedes Religionsoberhaupt den Menschen noch weise Worte auf den Weg gibt, fand ich wunderbar gewählt. Man spürt, wie unterschiedlich die einzelnen Religionen an vielen Stellen sind, doch die Quintessenz ist allen gemeinsam.

Ich kann „Die Schriften von Accra“ nur jedem empfehlen, der einmal abtauchen möchte und sich von Coelhos Weisheiten zum Nachdenken inspirieren lassen möchte.

Paulo Coelho: Die Schriften von Accra
Hardcover
Verlag: Diogenes
Seiten: 192
ISBN-13: 978-3-257-06848-1

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