24/2012 Heinrich Böll: Ansichten eines Clowns

Heinrich Böll ist vermutlich jedem Leser ein Begriff und vermutlich hat auch fast jeder bereits in der Schule ein Werk des Literaturnobelpreisträgers gelesen. Ich selbst habe bisher lediglich „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ gelesen und die Verfilmung dazu in der Schule gelesen. Als letztes Buch für die „20 deutschsprachige Autoren“-Challenge habe ich mir dann also „Ansichten eines Clowns“ ausgesucht und muss sagen, ich habe eine kurzweilige Lektüre mit sehr viel Ansätzen zum Nachdenken gefunden. Auch wenn die angesprochenen Themen nicht mehr wirklich in meine heutige Zeit passen.

Hans Schnier ist ein gescheiterter Clown. Nicht nur seine Karriere ist am Ende, auch hat er die Liebe seines Lebens für immer verloren – seine Marie hat sich gegen ein gemeinsames Leben in Sünde und dafür für den Musterkatholiken Züpfner entschieden. Denn Hans ist ungläubig und hat Marie, die dem Katholizismus sehr verbunden ist, in ein sündiges Leben entführt. Ein paar Jahre lebte das junge paar unverheiratet zusammen, musste mehrere Fehlgeburten hinnehmen und immer war im Hinterkopf bei Marie der Wunsch, dass Hans aus ihr eine ehrbare Frau macht: sie heiratet und die gemeinsamen Kinder katholisch erzieht.
Nun, ohne Marie, ist Hans einsam und verarmt in seiner Heimat Bonn angekommen und rechnet gedanklich mit Familie, Freunden und Bekannten ab.

Böll spricht hier viele verschiedene Themen an, die heutzutage nicht mehr so stark ineinandergreifen (wie er sogar selber im später ergänzten Nachwort anmerkt): Kirche, Staat, Ehe – Liebe, Monogamie, Reichtum, Armut
Ich selbst weiß, ich könnte mich niemals in einer solchen Frauenrolle wiederfinden. Ich werde garantiert noch ne Weile über die Bedeutung und die Moralvorstellungen sinnieren.

Heinrich Böll: Ansichten eines Clowns
Taschenbuch
Verlag: dtv
Seiten: 280
ISBN-13: 9783423004008

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