26/2012 Beryl Bainbridge: Die Frau im gepunkteten Kleid

Hätte ich vorher gewusst, dass die Autorin leider vor Beendigung dieses Romans gestorben ist, dann hätte ich das Buch vermutlich unter ganz anderen Gesichtspunkten gelesen. So habe ich dieses Geheimnis leider erst gelüftet, als ich die letzte Seite gelesen hatte und verwirrt weiterblätterte, ob es noch irgendwo weitergeht… denn bis dahin war das Buch wirklich nicht verkehrt.

Im Sommer 68 macht sich die Engländerin Rose auf den Weg nach Amerika, um ihren alten Bekannten Dr. Wheeler zu finden. Ein älterer Mann, der ihr früher geholfen hat, den richtigen Weg in ihrem Leben zu gehen. Amerika, das durch die Attentate an John F. Kennedy und Martin Luther King derzeit ziemlich in Aufruhr ist, kommt Rose absolut fremd und unwirklich vor. Ein Glück für sie, dass sie mit ihrem Bekannten Washington Harold einen guten Reisebegleiter an ihrer Seite hat. Auch wenn dieser sehr stoffelig ist und mit vielen Dingen, die Rose als normal ansieht, nicht umgehen kann, bilden die beiden ein ganz interessantes Paar. Doch die beiden eint deutlich mehr als Rose wahrhaben will, denn auch Harold ist auf der Suche nach Dr. Wheeler. Denn mit seinem alten Freund hat er noch eine sehr persönliche Rechnung zu begleichen in der es um Liebe, Verrat, Betrug und Mord geht.

Mein Fazit:
Es ist wirklich spannend, wie diese beiden so unterschiedlichen Menschen in einem Campingbus gemeinsam durch die USA fahren und sich dabei eigentlich noch immer absolut fremd bleiben. Gerade in Gesprächen mit Freunden und Bekannten, bei denen Rose und Harold unterwegs einkehren, werden die Unterschiede ganz besonders hervorgehoben. Und immer wieder erscheint Rose als vielleicht ein wenig in ihrer Entwicklung zurückgeblieben.
Besonders spannend fand ich die Figur des Dr. Wheeler, über den man nach und nach so unterschiedliche Dinge hört. Ein absolut mysteriöser Mann mit vielen sich teilweise wiedersprechenden Facetten, der nun im Wahlkampfteam von Robert Kennedy durch die USA tourt. Ich war wirklich gespannt darauf, was für ein Mensch er denn so ist und wie die so unterschiedlichen Ziele von Rose und Harold in Bezug auf diesen Mann sich gegenseitig ausschließen. Aber… ja, wie ich initial schon erwähnte, starb die Autorin vor dem Abschluss dieses Romans, was ihm ein wirklich abruptes und unangenehmes Ende beschert. Ich selbst muss sagen, ich hätte das gerne vorab gewusst. Dann hätte ich das Buch nicht ganz so „unbefriedigt“ aus den Händen gelegt. Aber bis dahin hat es mir wirklich ganz gut gefallen.


Beryl Bainbridge: Die Frau im gepunkteten Kleid

Hardcover
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
Seiten: 240
ISBN-13: 978-3421045379

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