31/2012 Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt

Da ich zum Welttag des Buches nicht nur Bücher verschenken durfte, sondern auch ein Exemplar von Daniel Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“ mein Eigen nennen durfte, habe ich mich nun in einer Leserunde den Wissenschaftlern Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt gewidmet und fand in Daniel Kehlmanns Roman einen wunderbaren Einblick in ein wirklich spannendes Stück Zeitgeschichte.

Sie könnten Unterschiedlicher nicht sein: während Alexander von Humboldt aus gutem Hause stammt und die ihm zugedachte naturwissenschaftliche Bildung eher willkürlich auferlegt bekommt – ein kleines Experiment seiner Mutter – wächst Gauss in ärmlicheren Verhältnissen auf und wird glücklicherweise in nach einigen Prügelstrafen von seinem Lehrer gefördert und auf ein Gymnasium geschickt. Schnell ist klar, dass seine mathematischen Fähigkeiten gefördert werden müssen – auch wenn der Junge sich lieber mit den alten Sprachen auseinandersetzen würde. Aber wichtiger ist, was seine Förderer möchten. So gesehen sind die beiden Wissenschaftlich sich sogar sehr ähnlich. Bereits früh beginnt Gauss eigene Entdeckungen zu verschriftlichen, die unter den Namen seiner Förderer erscheinen, um den Jungen nicht zu überfordern.

Während Gauss sich im universitären Umfeld entwickelt, strebt Humboldt bis nach Amerika, wo er neue Pflanzen und Tiere erkunden will und gleichzeitig beweisen möchte, dass die Erde im Inneren heiß ist und nicht kalt, wie eine alte Theorie behauptet.
So unterschiedlich die Wege der beiden Wissenschaftler sich von diesem Moment an auch entwickeln, es ist köstlich zu sehen, wie spleenig beide doch sind. Sei es Humboldts Angst vor Frauen oder Gauss Ideen, die ihn sogar zwischenzeitlich seine Hochzeitsnacht unterbrechen lassen.
Doch irgendwann kommen beide Wissenschaftler, die so viel über den anderen gehört haben, endlich in Berlin zusammen…

Mein Fazit:
Ich hatte zunächst befürchtet, dass Kehlmanns Roman aufgrund der Thematik für mich eine Qual werden könnte. Ganz im Gegenteil, ich habe mich von der ersten bis zur letzten Seite bestens unterhalten gefühlt, einige Male herzhaft gelacht und dabei noch eine Menge gelernt. Ich wüsste nicht, was ich von einem Buch mehr erwarten könnte und es war sicherlich nicht das letzte Buch, das ich von Daniel Kehlmann gelesen habe.

Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt
Taschenbuch
Verlag: rororo
Seiten: 304
ISBN-13: 978-3499241000

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