33/2011 Chris M. Wagner: Social Network – Die Bibliothek des Schicksals

Als doch sehr computeraffiner Mensch, der auch privat viel in Social Networks zugegen ist, sprach mich der Titel von Chris M. Wagners Roman sofort an. Was ich schließlich in den Händen hielt, war jedoch anders als erwartet.

Das Netz kennt dich, vermutlich sogar besser, als du dich selbst. Es hat sogar die Fähigkeit, dein Leben zu beeinflussen. Selbst wenn es dabei über Leichen gehen muss. Das wird Daniel Lang schmerzlich bewusst, als er auf dem Weg zu seinem Vorstellungsgespräch bei der IT-Firma FaTec ist. Plötzlich läuft sein ganzes Leben aus dem Ruder. Sein Taxi verunfallt, seine Freundin stirbt im Krankenhaus, er wird für den Mörder gehalten und wird von der Polizei gejagt. Doch seine merkwürdige Nachbarin Grace, die der Meinung ist, der Geheimdienst verfolge sie, steht ihm bei.
Schnell erkennen Sie, dass Grace Geheimdienst identisch ist mit der fremden Kraft, die Daniels Leben aus der Bahn geworfen hat – alle Spuren führen tief hinein in das Herz von FaTec.

Mein Fazit:
Ich selbst halte mich für einen computeraffinen Menschen. Ich arbeite damit, verbringe meine Freizeit damit, bin bei facebook, twitter etc pp aktiv und bin mir durchaus der Tatsache bewusst, dass ich Spuren im Netz hinterlasse, Informationen über mich und meine Person. Dass aber jemand dies nutzt, um mein Leben bewusst zu verändern, gar andere Menschen umbringt, finde ich doch ein wenig unrealistisch. Aber gut, Literatur soll ja nicht nur das wahre Leben abbilden, sondern darf und muss uns sogar in das Reich der Phantasie entführen.
Zu Beginn hat mich die Bibliothek des Schicksals schnell gefesselt und ich hatte die ersten 100 Seiten in Rekordzeit hinter mir. Doch dann lies irgendwie die Spannung nach. Immer mehr wird an verschiedensten Stellen in Schicksale eingegriffen oder ein Eingriff zieht viele viele weitere Handlungen mit sich, wie bei dem berühmten Schmetterling, der einen Hurrikan auslöst. Doch irgendwie fehlte mir durch diese Ansammlung von Abschweifungen der rote Faden. Auch die Charaktere hätten für mich persönlich etwas mehr Tiefgang haben können. Es fehlt irgendwie der Platz und die Zeit, um Grace und Daniel wirklich kennenzulernen und mit ihnen warm zu werden. Sprich ein wenig mehr Fokus auf die handelnden Personen wäre wirklich schön gewesen.

Chris M. Wagner: Social Network – Die Bibliothek des Schicksals
Taschenbuch
Verlag: ACABUS Verlag
Seiten: 285
ISBN-13: 978-3862820153

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