34/2011 Rebecca Makkai: Ausgeliehen

Ich kann mir ein Leben ohne Bücher nicht  vorstellen und ich liebe Bücher, in denen Figuren meine Leidenschaft teilen. Mit Ausgeliehen bietet Rebacca Makkai gleich zwei hoffnungslos buchsüchtige Charaktere: Die Bibliothekarin Lucy und den zehnjährigen Ian, der jedoch nur sehr eingeschränkt Zugang zu guten Büchern hat.
Ian ist Dauergast in Lucys Bibliothek und seine Leseleidenschaft macht ihn der jungen Bibliothekarin mehr als sympathisch, doch als seine Mutter ihr vorschreiben will, welche Art von Büchern man ihrem Sohn keinesfalls ausleihen darf, verbündet sie sich mit dem Jungen und beliefert ihn heimlich mit guter Literatur. Doch Ian verändert sich mit der Zeit sehr stark, Ursache hierfür scheint der Besuch einer christlichen Organisation zu sein, in welcher Kinder vor Homosexualität geheilt werden sollen. Lucy findet dies schrecklich, hat jedoch nicht die Möglichkeit, Ian zu helfen.
Als Lucy eines Morgens früher als sonst in der Bibliothek erscheint, erwischt sie den Ausreißer Ian zwischen den Pflanzenkübeln – er hat die Nacht hier verbracht. Doch als Lucy ihn heim bringen will, entführt Ian seine Lieblingsbibliothekarin und die beiden beginnen eine wahre Odysse durch die USA.

Mein Fazit:
Ein Kind entführt eine Bibliothekarin und droht damit, sollte sie ihn ausliefern wollen, dass er sie als seine Entführerin anprangern möchte. Ein wirklich urkomischer Plott, doch mit jedem Tag, den die beiden auf der Straße verbringen, kann man Lucy ein wenig besser verstehen und fragt sich vielmehr, ob es denn noch einen guten Ausweg gibt. Beide irren vielmehr durch die Staaten, als dass sie ein wirkliches Ziel vor Augen haben. Doch was sie erlebt haben, das prägt  beide nachhaltig.
Ein wirklich fantastisches Buch, dass mich vom ersten Satz an komplett in seinen Bann gezogen hat.

Rebecca Makkai: Ausgeliehen
Hardcover
Verlag: Ullstein Buchverlag
Seiten: 368 Seiten
ISBN-13: 9783550088483

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