39/2012 Isabel Allende: Mayas Tagebuch

Maya ist 19 und hat in ihrem Leben schon weitaus mehr erlebt, als mancher Greis. Gestrandet auf der chilenischen Insel Chiloé füllt sie nun das Tagebuch, welches ihre Großmutter ihr mitgegeben hat und lässt ihr altes und ihr aktuelles Leben Revue passieren, denn jeglicher Kontakt zu Freunden und Familie ist ihr untersagt – Maya ist auf der Flucht vor Polizei und dem organisierten Verbrechen.

Schon früh musste Maya mit Verlusten zu leben lernen: ihre Mutter verließ sie, als sie noch ein Säugling war und ihr Vater war als Pilot ständig unterwegs. So wuchs Maya bei ihren Großeltern auf, die zeitlebens ihre größter Halt im Leben sind. Als ihr Großvater stirbt, bricht für Maya eine Welt zusammen und der langsame Absturz setzt ein. Einen kurzzeitigen Höhepunkt findet er, als Maya betrunken einen Unfall baut und anschließend in ein Therapie-Internat geschickt wird, aus welchem sie wenige Tage vor Ablauf der Zeit verschwindet und nach Las Vegas aufbricht. Doch schon auf der Fahrt erkennt sie, dass nicht alle Menschen die ihr helfen wollen, so freundlich sind, wie sie scheinen. In Las Vegas angekommen gerät sie unter die Fittiche eines Drogenbosses, der noch eine Menge andere Delikte in seiner Akte vorzuweisen hat. Schließlich passiert das unausweichliche und Maya muss fliehen – in das Heimatland ihrer Großmutter nach Chile, wo die Menschen so anders sind, als in den USA. Doch wenn man ganz ehrlich ist: das Leben ist ruhiger und die Dorfgemeinschaft hält wirklich zusammen.

Drogen, Prostitution, die gefährliche Vorstadt… das alles lässt einen vielleicht zunächst an Christiana F – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo denken, wo der Leser ebenfalls ein junges Mädchen bis zum totalen Absturz verfolgt. Doch „Mayas Tagebuch“  hat tatsächlich, abgesehen von der Drogenproblematik, keinerlei Ähnlichkeit mit Christiane F. Maya blick sehr viel hoffnungsvoller in die Zukunft, lernt das Leben von einer anderen positiven Seite kennen und scheint wirklich eine Chance zu haben. Selbst wenn eine unglückliche Liebe sie zunächst wieder zurückwirft.
Ich kann Isabel Allendes Roman wirklich jedem wärmstens empfehlen.

Isabel Allende: Mayas Tagebuch
Hardcover

Verlag: Suhrkamp
Seiten: 447
ISBN-13: 978-3518422878

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